Mit Aikido kann man die unterschiedlichsten Erfahrungen machen. Eine, die viele am Anfang machen, ist, sich gar nicht alles merken zu können und sich mitunter ziemlich unkoordiniert zu fühlen. Was war noch mit der rechten Hand, dem linken Fuß, der Hüfte…? Ein gelegentliches Gefühl von Überforderung ist anfangs vollkommen normal.
Also was hilft? Wenn möglich, den überanstrengten Kopf etwas entspannen in dem Wissen, dass er tatsächlich überfordert ist und in dem Vertrauen, dass das Eigentliche vom Körper gelernt wird. Sich bewegen, sich dabei wahrnehmen und spüren, wie sich jede Bewegung anders anfühlt, anders funktioniert – das hilft. Man kann beim Aikido lernen, eigene Fähigkeiten so zu akzeptieren, wie sie zur Zeit sind. Die Bereitschaft, sich weiterentwickeln zu wollen, ist völlig ausreichend.

Zum Training gehören Aufwärm- und Atemübungen, Körpertechniken (Taijutsu), wie auch Übungsformen mit Bokken (Holzschwert) und Jo (Stab).
Anfänger und Fortgeschrittene trainieren gemeinsam. Davon profitieren beide: Die Fortgeschrittenen müssen sich auf Partner einstellen, die noch nicht wissen, wie ein “routinierter” Uke (Angreifer) reagiert, so dass sie wieder neue Aspekte lernen können. Die Anfänger erhalten die nötige Hilfestellung von den erfahreneren Aikidoka und können sich ganz auf ihre Bewegung konzentrieren.
In jedem Aikido-Dojo hängt ein Bild mit den japanischen “Aikido”-Schriftzügen (Shomen). Oft ist dabei auch Morihei Ueshiba, der Begründer des Aikido, mit abgebildet.
Ähnlich wie in anderen japanischen Kampfkünsten beginnt und endet jedes Training mit einer aus Japan übernommenen Begrüßung. Es ist eine einfache, höfliche Geste, die dazu beiträgt, im Dojo “anzukommen”, den Alltag hinter sich zu lassen und sich auf das Training einzustellen. Am Ende bedanken wir uns alle für das gemeinsame Training.
Die japanischen Grußformeln, die wir hierbei und bei den Partnerübungen sprechen, sind:
Am Anfang: “onegai shimazu” = “Ich bitte Sie/Dich”
Am Ende: “doomo arigatoo gozaimashita” = “Vielen Dank”
Wir tragen weiße Judo- oder Karate-Anzüge, wobei letztere meist stabiler sind. Da bei manchen Techniken an den Anzügen festgehalten wird oder auch Techniken am Boden trainiert werden, sollte die Materialstärke 500 beim Kauf eines neuen Gi bevorzugt werden. Oft merkt man erst nach dem Waschen, dass insbesondere die Hose bis zu 10 cm einläuft. Der Gürtel sollte ebenfalls weiß sein und in einer Länge gewählt werden, so dass er zweimal um die Hüfte gebunden und noch verknotet werden kann.
In unregelmäßigen Abständen werden spezielle Übungswaffen – Jo (Stock) bzw. Bokken (Schwert) – von uns bestellt.